Gnaoua-Musik

Gnaoua-Online

Gnaoua-Festival

Aktuelles Programm

zum Vergrößern der Musiker klicken

Mahmoud Gania, ältester Sohn und Nachfolger von Mâalem Boubker.

 Musikstück von Mahmoud
zum online hören und downloaden,
bitte klicken.

 

Gnaouafestival 22.06.2006 - 25.06.2006

Offizielle Gnaouafestival-Seite : http://www.festival-gnaoua.co.ma 

Das Gnaouafestival findet dieses Jahr  vom 22.06. bis zum 25.06.2006 statt.
Es ist eines der Bekanntesten Festivals von Marokko, welches dieses Jahr zu vierten Mal stattfinden wird. Durch Tausende von Besuchern ist in dieser Zeit das Städtchen nicht mehr wiederzuerkennen.
Zimmer sollten rechtzeitig gebucht werden, da in dieser Zeit absoluter Unterkunftsmangel herrscht.

 
Programme
Jeudi 26. Juin. 2003      
Ouverture officielle
Défilé d'ouverture      
17h30 Bab Doukkala      
       
Concerts
Place Moulay Hassan      
18h30 Concert d'ouverture      
Concerts fusion entre les Gnaoua et les musiciens World invités      
Abdeslam Alikane & Tyour Gnaoua
Omar Sayed- Moulay Tahaar El Isbahani
Abdallah El Miry
Abdenour Djemai
Michel Alibo
Leyti Mbaye
Alain Debiossat
Special Guest: Loy Ehrlich - Karim Ziad
     
21h30 Abelkebir Merchane+guests   Concerts acoutisques (payants) Lilas
23h30 Mahmoud Guinea
Leyti Mbaye
  23h30 Dar Souiri
Gnaoua de Tunisie
23h30 Place Al Khayma Abdallah  Guinea
Abdelghani Khrija
Nguyen Lê
Paulo Fresu


 
  24h30 Chez Kebir Fusion World
Abelkebir Merchane- alain Debiossat Paco Sery- Guest
23h30 Marché aux Grains Abdeltif El Makhzouni
       
Vendredi 27. Juin. 2003    
Concerts off      
    15h La Loutia . Purple Delphins 15h Marché aux Grains Houara de Taroudant - Hmadcha
      15h Place Al Khayma Issaoua- Ganga d'Agadir
       
Concerts      
Place Moulay Hassan Bab Marrakech    
17h30 Gnaoua de Tunisie 18h30 Groupe Berbère Ouaden    
19h Jbara & Les Mouettes      
20h30 Musafir (gitans du Radjahstan) 20h30 El Houssaine Kili    
23h Abdelkader Amlil& Majid Bekkas 22h30  Hamid El Kasri - Sangoma Everett  - Paolo Fresu- Abdallah El Miry- Abdelghani Krija
Special guest: Jean Philippe Rykiel
   
    Concerts acoutisques (payants) Lilas
    23h30 Dar Souiri
Gnaoua de Tunisie
23h30 Place Al Khayma Abdallah  Guinea
    24h30 Chez Kebir Trio Nguyen Le- Karim Ziod- Michel ALibo- Guest 23h30 Marché aux Grains Abdeltif El Makhzouni
      23h30 La Joutia Si Mohamed Oul Cherifa
     
Samedi 28. Juin. 2003    
Concerts off      
    15h La Loutia Houara de Taroudant - Hmadcha 15h Marché aux Grains Issaoua- Ganga d'Agadir
      15h Place Al Khayma Purple Delphins
       
Concerts      
Place Moulay Hassan Bab Marrakech    
17h30 Hoba Hoba Spirit 18h30 Bnet Houriyat    
19h30 Wijdan: Sibiri Samake & Brahim El Belkani 20h30 Mamar Kassey    
21h30 Omar EL Hayat- Paco Sery- Nguyen Le 22h30 Maalem All Star: Mahmoud Guniea - Abdeslam Alikane    
  Abdelkebir Merchane- Hamid El Kasri- Mustapha Concerts acoutisques (payants) Lilas
  Bakbou- Alain Debiossat- Abdennour Djemai- Leiti M'baye - Special Guest: Karim Ziad 23h30 Dar Souiri
Musafir (Gitans du Radjahstan)
23h30 Place Al Khayma Ahmed Bakbou
    24h30 Chez Kebir Malem Abdenbi- Sangoma Everett- Abdallah Miry- Abdelghani Krija 23h30 Marché aux Grains Gnaoua Express- Maalem Mjid
      23h30 La Joutia Hajoub Ould Maalem Ftah
Samedi 28. Juin. 2003    
Concert de cloture      
  Bab Marrakech    
  15h30 Gnawa Diffusion    
       
Les musiciens      
Abdeslam Alikane & Tyour Gnaoua Essaouira Mahmoud Guinea
Abelkebir Merchane
Essaouira/ Marrakech/
Majid Bekkas & Abdelkader Amlil Rabat Hamid El Kasri
Omar Hayat
Mustapha Bakbou
Rabat/ Essaouira/ Marrakech
       
Lila      
Allal Soudani Essaouira Abdallah Guinea Essaouira
Chérif Regragui Essaouira Hajoub Ould Maalem Fta Safi
Ahmed Bakbou Marrakech Mohamed Ould Chrifa Casablanca
Abdeltif Makhzoumi Marrakech    
       
Acoustic Concerts      
Hamida Boussou
Gnaoua Express
Tangier    
       
WORLD MUSICIANS      
Nguyen Lê Guitar. (Vietnam) Leyti Mbaye Percussions (Senegal)

Michel Alibo 

Basse (France)

Abdelghani Krija Percussion (Allemagne/Maroc)

Paulo Fresu

Trompet (Italy)

Alain Debiossat

Saxophone (France)
Paco Sery Batterie (France, Cote d'Ivoire)

Abdallah El Miry

Violon (Morocco)

Sangoma Everett Batterie (USA)

Abdenour Djemai

Guitar (Algeria)

       
GUEST GROUPS      
Gnawa Diffusion (France/ Algeria) Ouaden Agadir (Maroc)
Musafir Gitans from Radjahsta Wijdan et Sibiri Samake Mali
Mamar Kassey (Niger)

Maâlem Brahim Belkani Marrakech (Maroc)
Gnaoua from Tunisia Tunesien Houssaine Kili (Morocco - Germany)
B'net Houaryiat from Marrakesh Marrakesh    
       
Concerts off    
Houara Taroudant (Morocco) Issaoua Essaouira (Maroc)
Hmdacha Essaouira (Maroc) Ganga Agadir (Maroc)
Purple Dolphins ; percussions Essaouira (Maroc)    
       
Revelations    
Jbara et les Mouettes Essoauira (Maroc) Hoba Hoba Spirit Casablanca (Maroc)
 
 

 

Gnaouamusik

Die Gnaouamusik stammt ursprünglich aus Senegal, Sudan und Ghana. Sie wurde damals von schwarzen Sklaven mitgebracht.  Deren ekstatische Tänze haben eine Ähnlichkeit zum Voodookult.
Die Gnaouarituale können nach volkstümlichen Glauben Krankheiten heilen und "baraka" übertragen.

Die Gnaoua von Essaouira sind verschiedenen Ursprungs. Schon im 16.Jh wurden sudanesische Sklaven in das Gebiet der Haha gebracht, von denen die berberisch sprechenden Gnaoua der Region abstammen. Später, etwa 1760, brachte der Sultan Sidi Mohammed Ben Abdellah zum Bau des Hafens und der Medina eine große Anzahl schwarze Bauarbeiter und einen Teil der Schwarzen Garde nach Essaouira. Essaouira war lange Zeit einer der großen Häfen Marokkos, er wurde "Hafen von Timbouktou" genannt, denn hierher brachten die Karawanen aus Schwarzafrika die für den europäischen Markt bestimmten Waren. Diese Karawanen führten auch Sklaven mit, die hier verkauft wurden. Die Lieder der Gnaoua erzählen von dem schmerzvollen Zug durch die Sahara und ihren Leiden in der Sklaverei (Ouled Banbara).
Ein Teil der Gnaoua von Essaouira stammt auch von den Senegalesen der Kolonialzeit ab.

Die Brüderschaften der Gnaoua setzen sich in ganz Marokko zusammen aus dem Meister (Maâllem), den Musikern, die die guenbri (eine Art Laute mit drei Saiten), die qrâqeb ( metallene Kastagnetten) und die tabal (Trommel) spielen, den chouafat (Seherinnen), den Medien und den Anhängern.
Zusammen zelebrieren sie die Lila, eine rituelle Nacht mit Opfern, zeremonieller Mahlzeit , einem Umzug mit Kastagnetten und Trommeln, gefolgt von rhythmischen Tänzen und Gesängen zur guenbri und den qrâqeb, deren erster Teil profan ist und
in dem die Geschichte der Ahnen (Oulad Bambara - Kinder der Banbara) besungen werden und die Kastagnettenspieler ihre tänzerischen Fähigkeiten vorführen.
Der sakrale Teil der Nacht steigert sich bis zur Erreichung der Trance und der rituellen Possession.
Die Lila wird von der Brüderschaft zu bestimmten Gelegenheiten abgehalten, aber häufig werden die Gnaoua auch von Privatpersonen zu therapeutischen Zwecken engagiert oder um "Baraka" zu erlangen.
Heutzutage werden die Gnaoua jedoch oft zu musikalischen Nächten ohne Trance (ksara) engagiert; das Erlebnis einer solchen Nacht ist unvergesslich. Das Foto wurde bei einer ksara aufgenommen.
Seit die Gnaouamusik weltweit Beachtung gefunden hat, sind moderne Elemente hineingemischt worden, der Stil ist freier geworden, ohne jedoch seine Tradition zu verleugnen. Dies wird auch beim Gnaoua - Festival deutlich.

In der Medina, westlich der Rue S.M. Ben Abdellah, treffen sich regelmäßig Gnaoua - Musiker. Wer Glück hat kann sie bei offener Tür spielen hören (häufig stehen einige  Musikinstrumente davor).

Weitere Feste

Moussem El Hamdouchia im Juni

Moussem Derkaouia Mitte September

Moussem Ghazia und Moussem Aissaouira meist am 1. November

Copyright by Patrick Heinkel 2001 (Essaouiranet) - last update 07.03.06
 www.gcs-online.com

>

Gnaoua - Festival 2003

Das Festival von Essaouira 2003: ein Riesenerfolg.
Vier Tage Musik, Fest, Toleranz, Internationalität
Unvergesslich.

Programm
2003

Gnaoua-
Musik
Gnaoua Gnaoua- Szene Welt- Szene Lilas 5 mâalemines Junge Szene Publikum Expositionen
und Konferenzen

Essaouira vibriert im Rhythmus der Welt

Ouvertüre

Essaouira, ein Lied der Freude, der Liebe und der Toleranz.
Ein warmherziges Foyer, das nur offene, tolerante und gastfreundliche Seelen in seiner Mitte beherbergt.
Eine Welt der Gemeinschaft und des Zusammenlebens, in der eine multikulturelle Geschichte geschrieben wird.
Essaouira ist neben dieser historischen Bedeutung eine Stadt des Trance, des Rhythmus und der Offenheit gegenüber internationalen Musikstile.


« Hör der Musik der anderen zu
Hör der Welt zu
und Dein Herz wird zu Ihrem Echo »
Essaouira gehörte schon immer ein Ohr der Welt. Die 6.te Ausgabe des Festivals der Weltmusik und der Gnaoua-Musik, die dieses Jahr zwischen dem 26.06. und 29.06.2003 stattfindet, bewies dieses auf ein Neues. Eine Festival, das seine Versprechen hielt, das die ganze Stadt und seine zahlreichen Besucher (mehr als 300.000 Besucher) zum Vibrieren gebracht hat. Es hat eine ganze Riege renommierter Musiker aus der ganzen Welt angelockt, die in dieses kleine Städtchen am Altantik gereist sind um gemeinsam mit den mâalemines gnaouis (Plural von mâalem, Meister der Musik am Gembri, Musikinstrument der Gnaoua) ihre Kunst teilen wollen.

Sklaventum, Musik der Trans und der Fusion

Dieses Festival hat sich der Offenheit und Brüderlichkeit, die Essaouira während seiner ganzen Geschichte entwickelt hat, gewidmet. Der kommerzielle und kulturelle Austausch mit dem restlichen Afrika und Europa haben Mogador (vorherige Name von Essaouira) seit dem 18. Jahrhundert bereichert und erblühen lassen, die Karawanen haben unter anderem Gold und Gewürze aus dem früheren Sudan (westlichen Afrika) und hauptsächlich aus Toumbouktu in die Stadt gebracht., und mit diesen Produkten die Sklaven.
Die Bezeichnung GNAOUA beschreibt die Nachkommen dieser Sklaven, die in Marokko geblieben sind und die ihre Kultur bewahrt haben, natürlich angereichert mit  lokalen Einflüssen von :  Arabern, Berbern und Juden. Oft diskriminiert, haben sie innerhalb ihrer Musik-Kultur spirituelle und therapeutische Riten im Rhythmus der Heilkundler weiterentwickelt. Darunter Rhythmen, die sie adaptiert haben und in Trance versetzen. Ihre Musik feiert die Liebe und den Frieden mit  Musikinstrumenten wie gembri (eine Bass-luth- mit drei Saiten), qraqebs (große Kastagnetten aus Metall) und Trommeln.

Während der letzen Jahrzehnte hat die Gnaoua-Musik eine bemerkenswerte Evolution erfahren, die zu einem wichtigen Platz in der weltweiten Musik-Szene geführt hat.  Seit mehreren Jahren interessieren sich immer mehr renommierte Künstler für diese Musikrichtung, darunter  Randy Weston, Carlos Santana, und die Gruppe Led Zeppelin…Dieses Interesse motiviert mehrere Gnaouis andere Instrumente wie z.B. Klaviere, Saxophone, Geigen, Schlagzeuge und damit eine tolle Fusion von Gnaoua, Jazz, Soul etc. zu kreieren.  

nach oben

Die Gnaoua-Szene

Die großen Gnaoua- Meister aus Essaouira und anderen marokkanischen Städten präsentieren ihr Können bei diesem Festival, angefangen mit dem talentierten  Mahmoud Guinea, einem der lebenden Zeugen der musikalischen Gnaoua- Geschichte. Am Eröffnungsabend hat Guinea ein stimmungsvolles Konzert gegeben, das die Atmosphäre am Place Moulay Hassan  wirkungsvoll unterstrichen hat. Seine Art die Gembri zu spielen ist so fesselnd als wenn er mit seinen "Stammesbrüdern" spielt. Wenn sich seine Stimme zum Gesang der Geschichte seiner Bruderschaft erhebt  "sie haben uns aus dem Sudan apportiert’’, sieht man direkt den Hafen vor sich , an dem die Sklaven in Ketten von den Markthändlern verkauft wurden.

Der zweite Festivals- Tag ist der Tag eines anderen großen  mâalem : Hamid El Kasri, der zu einem Treffen am Bab Marrakech aufrief. Seine kraftvolle Stimme erlaubt ihm talentvoll Gedichte musikalisch  vorzutragen. Diese Gedichte sind in der alten überlieferten Familieellen Gnaoua-Tradition von ihm selbst geschrieben.

Die zahlreichen anderen großen mâalemines haben jeder zu bei ihrem Auftritt das Publikum begeistert, jeder auf seine Art, mit einer Energie und einer Lebensfreude wie Abdeslam Alikane (er ist künstlerischer Direktor der Gnaoua-Szene), Mustapha Bakbou, ( Legende der Gruppe Jil Jilala, Abdelkebir Merchan, Majid Bekkas, Omar El Hayat et andere.

Die Welt- Szene

In diesem Bereich des Festivals (angeführt von dem Musiker Karim Ziad), präsentierten Künstler aus der ganzen Welt ihr Können. U. a. der italienische Trompetenspieler Paulo Fresu der an der Seite des marokkanischen Violinisten Abdellah El Miry gespielt hat, der Perkussion - Musiker Abdelghani Krija, der amerikanische Jazzmusiker und Schlagzeuger Sangoma Everett, haben eine beeindruckende Vielfalt  und Zusammenspiel der verschiedenen Stilrichtungen gezeigt, die musikalisch glänzend miteinander harmonisierten. Der vietnamesische Gitarrist  Neguyên Lê, einer der großen Kenner afrikanischer Musik, oder der Martiniques  Michel Alibo, exzellenter Bassgitarrist und Schlagzeuger, oder  Cheikh Salah El Wergli einer der wenigen Gnaoua-Musiker in Tunesien haben dieses weiter unterstrichen.

Unter den eingeladenen Gruppen waren dieses Jahr die Gruppe Mussafir aus Indien, genauer gesagt aus Rajasthan: " der Rhythmus,  angegeben von indischen Perkussion, die Harmonie, bei der der Flöte ein Freiraum gewährt wird, eine überraschende Parade aus ein tausend und einer Nacht , öffnen Ihnen diese Musiker das Tor zur Wüste...in  Essaouira » wie ein Zeitungsartikel so schön beschreibt.

nach oben

 

Auch  Houssine Kili, aus Deutschland angereist, hat harmonisch sein musikalisches Erbe der Berber und Gnaoui mit modernen Arrangements aus Europa angereichert, was zu einer Art von ethnischer Musik führt. Nicht zu vergessen der Nigerianer Keziah Jones, großer Gitarist, der sich wunderbar in der Musik des Blues, Rock und des Soul bedient.

Am letzten Tag des Festival, Sonntag, hat die Franco-Algerische Gruppe Gnawa Diffusion ein sensationelles dreistündiges Abschlusskonzert am place Bab Marrakech gegeben.  Aus der Fusion von diversen Musikstilrichtungen (rai, rock, gnaoui…) wird die Gruppe inspiriert. Amazigh Kateb , der Leader (Sohn des Schriftstellers Kateb Yacine), mit überschäumender Energie, besteht oft, zwischen zwei Liedern, auf der Zugehörigkeit des Maghreb zu der Afrikanischen Kultur. Ihre Texte sind rebellisch und provozierend, inspiriert von aktuellen Themen : der weltweiten Ausdehnung, Afrika, Integration, die "Bin-Laden-diesierung"…aber gleichzeitig ironisch und lustig :  je voudrais être un fauteuil dans un salon de coiffure pour dame/ pour que les fesses des belles âmes/ s’écrasent contre mon orgueil’’ (ich würde gerne ein Sessel in einem Frisörsalon für Damen sein, damit die Hintern der schönen Seelen sich gegen meinen Hochmut drücken!)

Die  Lilas

Die Lila (oder derdeba) beginnt bei Nachtbeginn und findet nach therapeutischen Riten statt. « Diese Riten sind  religiöse Zeremonien, während derer die Anhänger in einen Trance-Zustand fallen , und die surnaturelle Wesen Inkanieren » schrieb Abdelhafid Chlyeh im "l’univers des gnaoua"(Universum des Gnaoua). Die Lila fängt mit den Rhythmen des qraqebs und der Trommel an, anschließend die Klänge der gembri begleitet von den Gesängen, und zuletzt die Tänze des Trance und der Besessenheit, die bis zum Morgengrauen dauern.

Während dieses Festivals wurden mehrere Lilas auf kleineren Plätzen in den Gässchen der Medina organisiert. Auf diesen kleine Plätzen findet man die für dieses Spektakel notwenige Intimität. Die Lilas wurden animiert von bekannten Gnaoua-Künstlern, wie mâalem Cherif Regragui und Abdellah Guinea auf dem Platz Al Khayma, Mahjoub Ouled Fettah aus Safi an der Scala, Soudani im Dar Souiri…

nach oben

Die fünf mâalemines

Es ist 1h früh am morgen, der Gnaoua- mâalem Abdeslam Alikane beginnt das Konzert am Bab Marrakech mit dem Vorstellen der Künstler dieses Konzerts : Mahmoud Guinea, Abdelkebir Merchane, Hamid El Kasri, Mustapha Bakbou. Das Publikum ist begeistert 5 große mâalemines zum ersten Mal gemeinsam auf einer Bühne spielen zu hören und begrüßt sie herzlich. Alikane eröffnet das Konzert mit der gembri; Klängen die aus der Tiefe der Erde zu kommen scheinen, die Vibrationen der ganzen Welt mittragen. Die anderen mâalemines haben ihn begleitet mit Instrumenten wie  qraqebs oder nur mit Händeklatschen, anschließend, Alikane übergibt die Bühne an den nächsten mâalem und so weiter. Guinea der als letztes spielte, sang mit der Qualität seiner Kunst und seiner spontanen Art mit dem Publikum kommunizierend.

Die fünf mâalemines auf der Bühne am  Bab Marrakech

Diese Gnaoua- mâalemines, mit Ihrer charismatischen Ausstrahlung und der Qualität ihrer Musik, haben diese Ausgabe des Festivals von Essaouira  gekennzeichnet und haben dem Publikum magische Momente verschafft.

Die junge Szene

 Der Erfolg dieses Festivals ist auch der Dank der bemerkenswerten Teilnahme junger Talente, die dem Festival einen Hauch von jugendlicher Atmosphäre verschafften. Die jungen Künstler verfolgen die Spuren von Jimmy Hendrix, der selbst von der Gnaoua-Musik fasziniert war als er 1969 in Essaouira logierte und damit die Hippies der "Beat Generation" hierher zog.

Hoba Hoba Spirit auf der Bühne am Place Moulay Hassan

Hoba Hoba Spirit aus Casablanca, war eine der jungen Gruppen, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen.

‘‘ I was born in casa’’ sangen sie stolz in einer intelligenten Fusion zwischen den lebendigen und reichen Musikstilen : chaâbi, Rap, Rock, traditioneller Musik und Gnaoua. Aus diesem Zusammenspiel ist eine vielfältige Musik geboren, die  ‘‘Haïha music’’, die begeistert von dem Publikum aufgenommen wird. Die Gruppe Hoba Hoba Spirit, aus vier jungen Musikern, angeführt von dem Sänger (und Dichter) Réda Allali bestehend, führte uns in eine Welt des Festes und der Freude. Sie legen großen Wert auf die mit Raffinesse, Humor und Ironie geschriebenen Texte.

Ihre Sprache ist eine Mischung aus Arabisch, Französisch und Englisch und selbst teilweise Wörter ohne Sinn. Sie beschreiben ohne Konzession das tägliche Leben der jungen Leute, ihre Ambitionen in einem Milieu das nicht immer kompatibel zu ihren Wünschen und Träumen ist und an dem sie dennoch festhalten, in dem sie haften bleiben, denn dieses ‘‘Nest’’ ist ihres und das werden sie nicht aufgeben. Hoba Hoba Spirit sind junge Künstler, gewiss, aber diese Gruppe hat ein Konzert großer Qualität an diesem Nachmittag im Schatten der Stadtmauern am Place Moulay Hassan gegeben.

nach oben

Das Publikum

Ungefähr 10.000 Besucher sind in der Stadt der Alizee-Winde umhergeschlendert, und haben ein Beispiel der Toleranz abgegeben: Hippe Jugendliche, Familien, Landbewohner, Grosstädter,  Schwarze, Weiße, Mädchen in Bleu Jeans und Frauen mit Kopftuch oder eingewickelt in den haïk, junge Menschen im Stil der Hippies (!!?) oder hip hop gekleidet, Männern in djellaba, Babies auf dem Rücken ihrer Mütter, die den Rhythmus der Gagrebs nachahmen versuchen…alle sind vereint in der entspannten und festlichen Stimmung. Diese Massenpräsenz ist auf die Qualität der präsentierten Konzerte aber auch auf deren Eintrittfreiheit zurückzuführen. Die Momente der offenen Freude, ein weiteres Mal von diesem kleinen Städtchen in einem großartigen Festival ausgedrückt.

Ausstellungen, Kolloquien und Konferenzen

Im Rahme des Festivals wurden auch andere kulturelle Aktivitäten organisiert: Ausstellungen, Kolloquien und Konferenzen.

Die Kunstausstellungen zeigten Werke von in Essaouira lebenden Künstlern wie z.B. Pierre Henry Guérard, Mustapha Rafik, Miloudi, Saïd Ouarzaz… und anderen marokkanischen Künstlern, darunter bekannte wie Farid Belkahia, Mohammed Kacimi, Tibari Kantour…

 Neben der Malerei lud eine interessante Photo-Ausstellung zu einem Besuch ein. Diese Ausstellung erzählt die musikalische Geschichte der Gnaouas anhand von alten und aktuellen Photographien, darunter auch solche die zu seltenen historischen Dokument gehören. Die Photographien waren originell an den Stadtmauern während des Festivals befestigt.

Zwei wichtigen Kolloquien mit dem Titel : « Kultur, Modernität und Offenheit » und  « Minderheit und Demokratie » haben zu einer intensiven und tiefen Debatte angeregt, bei der Minister, Dichter, Lehrer, Psychologien und Studenten gegenseitig austauschten. Die Frage war  : wie kann man eine moderne Gesellschaft konstruieren ? Ein breites Thema  natürlich, aber  « kein Thema der Umstände » wie André Azoulay, einer der Initiatoren des Festivals und der Weg der Unternehmen für die Modernisierung der Gesellschaft ist « kein Weg des Luxus, der Rhetorik und der Intellektualität, es ist vielmehr eine Annäherung der Menschen ».

Bis zum nächsten Festival im Jahre 2004!!!

nach oben

Zum Anhören :

bullet Essaouira, Festival Gnaoua
 De ‘‘Orient’’- CD
Label : Créon Music
Editeur : EMI Music France, 2003.
 
bullet Héritage musical des gnaoua d’Essaouira
De ‘‘ Maroc’’- CD
Label : Sono Disc
Editeur : Next Music, 2002
 
bullet Hadra des gnaoua d’Essaouira
De ‘‘ Maroc’’ – CD
Label : OCORA
Editeur : Harmonica Mundi, 2003

Zum lesen : leider nur auf französisch

bulletTitre : Le tourbillon des génies, au Maroc avec les gnaoua.
Auteur : Bertrand Hell.
Editeur : Flammarion, France.
Année : 2002.
Pages : 371.
ISBN : 208211581X
 
bulletTitre : Les gnaouas au Maroc.
Auteur : Abdelhafid Chlyeh.
Editeur : le Fennec- la Pensée Sauvage.
Année : 1998.
ISBN : 9981-838-85-3

Musik CDs zum Bestellen | Gnaoua | Folklore | Berbermusik aus Marokko

Gnawa Essaouira [US-Import] [IMPORT]

bestellen

Gnawa Essaouira
Gania El Maallem Mahmoud
Titelverzeichnis
1.Djeema Moroc
2.Essaouira
3.Moulay Idriss
4.I Moussam Tan Tan
5.Aid el Kebir
6.Moulay Bousselham
Erscheinungsdatum: 25. Mai 1999
Label: Sow
ASIN: B00000JOZZ
Format: Audio CD
Invocation: Gnawa Music of Essaouira [Vinyl LP]

bestellen

Invocation: Gnawa Music of Essaouira [Vinyl LP]
Maleem Abdellah Ghania
Titelverzeichnis
1.Kin Kouba/Barma Lalla
2.Zouaq
3.Bouchama
4.Moulay Al Arabi
5.Ali Ya Ali
6.Chadiya
7.Salat Ala Nabi
8.Timba Ya Baki
9.Qumani Bala
10.Matimba
Erscheinungsdatum: 14. September 1999
Label:
ASIN: B00005YR3G
Festival Gnaoua Essaouira 2003

bestellen

Festival Gnaoua Essaouira 2003
Hörbeispiele
Um ein Musikstück anzuhören, klicken Sie einfach auf den mit gekennzeichneten Titel.
1.Chalaba
2.Mimouna saadiyé
3.Aicha kendicha
4.Bambara
5.Baba hamou
6.Moulay Ahmed
7.Mimoun
8.Ouled haoussa
9.Aicha kendicha
10.Moulay Abdallah ben Hussein
11.Maya
12.Galou
13.Aada

Erscheinungsdatum: 19. Juli 2004
Label: Nocturne (Rough Trade)
ASIN: B00026KGWO
Format: Audio CD (CD-Anzahl: 1)

Marokko/Musik der Gawa

bestellen

Marokko/Musik der Gawa Various/Folklore
Titelverzeichnis
1.Fangara Fangarie
2.Sidi'amar